Zeittafel

 

956–1106

Die Burg auf dem Kalkberg in Lüneburg wird von Hermann Billung (+ 973), Markgraf an der Niederelbe, errichtet. Die Burgsiedlung „Luniburc” wird erstmals urkundlich benannt. Hermanns Nachfahren sichern sich die sächsische Herzogswürde und nehmen diese von Lüneburg aus bis zum Aussterben der Familie mit dem Tod von Herzog Magnus im Jahr 1106 wahr.

1106

Das Herzogtum Sachsen geht nach dem Tod von Magnus auf Lothar von Süpplingenburg, den späteren Kaiser, über. Ein Teil der Billunger Kernlande um Lüneburg und Bardowick fallen durch Heirat mit Wulfhild von Sachsen, einer Tochter von Magnus, an den Welfenherzog Heinrich den Schwarzen von Bayern. Mit dieser Heirat begründet Heinrich der Schwarze die Machtstellung
der Welfen in Sachsen.

1137

Sein Sohn, Heinrich der Stolze, heiratet 1127 Gertrud von Sachsen, einzige Tochter Lothars von Süpplingenburg. Von seinem Schwiegervater erhält Heinrich der Stolze 1137 das Herzogtum Sachsen. Im Streit zwischen Staufern und Welfen entzieht Kaiser Konrad III. dem Welfen jedoch nach kurzer Zeit das Herzogtum und belehnt damit 1138 stattdessen den Askanier Albrecht den Bären.

1142

Auf dem Frankfurter Reichstag 1142 kommt das Herzogtum Sachsen durch die Belehnung an Heinrich den Löwen (1129–1195), den Sohn Heinrichs des Stolzen, wieder in den Besitz der Welfen. 1156 wird Heinrich dem Löwen von Kaiser Friedrich I. Barbarossa auch das seinem Vater entzogene Fürstentum Bayern wieder zurück übertragen. Heinrich der Löwe wird einer der mächtigsten Reichsfürsten im 12. Jahrhundert. Er fördert den Handel im Ostseeraum, errichtet die Bistümer Ratzeburg, Oldenburg und Mecklenburg neu und erweitert Braunschweig. Er gründet München und Schwerin und entwickelt Lübeck zu einer bedeutenden Ostseemetropole der Zeit. 1168 heiratet Heinrich die erst zwölfjährige Mathilde, Tochter des englischen Königs Heinrichs II.

1180

Heinrich der Löwe wird von Kaiser Friedrich I. Barbarossa entmachtet und verurteilt. Auf dem Reichstag zu Würzburg verliert er seine Lehen, die Herzogtümer Bayern und Sachsen. Der Titel eines Herzogs von Sachsen geht erneut auf die Askanier über. Seine Eigengüter (Allodialbesitz) kann er jedoch retten. 1195 stirbt Heinrich der Löwe in Braunschweig.
Im Paderborner Vertrag von 1202 wird der welfische Allodialbesitz zwischen seinen Söhnen Heinrich dem Älteren von Braunschweig, Otto (später Otto IV., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches von 1209 bis 1218) und seinem jüngsten Sohn Wilhelm von Lüneburg geteilt.

1235

Nach dem Tod Wilhelms von Lüneburg im Jahr 1213 übernimmt sein Bruder Otto IV. die Herrschaft über Lüneburg, bevor Wilhelms Sohn, Otto das Kind, der zu diesem Zeitpunkt erst neun Jahre ist, diese antritt.
Als Enkel Heinrichs des Löwen erhält Otto das Kind im Jahr 1235 das aus den Eigengütern der Welfen neu geschaffene, erbliche Herzogtum  Braunschweig-Lüneburg. Namensgebend sind die beiden größten Städte des Territoriums.

1269

Nach dem Tod Otto des Kindes im Jahr 1252 übernehmen seine Söhne Albrecht und Johann für einige Jahre gemeinsam die Regentschaft. 1257 erfolgt die Einnahme von Harburg („Horeburg”) als nordwestliche Grenzsicherung des Herzogtums. Die Stellung an der Elbe wird durch den Erwerb der Grafschaften Dannenberg und Lüchow sowie von Bleckede, Hitzacker und Gartow ausgebaut. Im Jahr 1269 wird das Herzogtum in die Fürstentümer Braunschweig und Lüneburg geteilt. Albrecht übernimmt das Fürstentum Braunschweig, Johann das Fürstentum Lüneburg. Zusammen bilden beide Fürstentümer weiterhin das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.

Im Jahr 1270 wird Uelzen das Stadtrecht von Herzog Johann von Braunschweig verliehen. Otto der Strenge, Sohn von Johann, verleiht 1289 an Harburg und Dahlenburg und 1292 an Celle die Stadtrechte. Die Söhne Otto und Wilhelm setzen seine Politik im Fürstentum bis 1369 fort; Otto in Braunschweig, Wilhelm in Lüneburg.

1369

Nachdem Wilhelm II. von Lüneburg 1369 ohne männlichen Nachkommen stirbt, verleiht Kaiser Karl IV. das Fürstentum Lüneburg an die Askanierherzöge zurück. Zwischen dem Welfenherzog Magnus II. Torquatus von Braunschweig und dem Askanierherzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg kommt es zu Kämpfen um das Lüneburger Erbe. Der Erbfolgekrieg bricht aus.

1371–1388

Während des Lüneburger Erbfolgekrieges erkämpft das „Alte Haus Braunschweig” das Fürstentum Lüneburg zurück. Die Stadt Lüneburg nutzt diese Situation dazu, sich von der landesherrlichen Einflussnahme zu emanzipieren. Die Stadt schlägt sich auf die Seite der Askanier, und am Abend des 1. Februar 1371 erfolgt der Sturm auf die Lüneburg. Der Versuch einer Rückeroberung mit einem Gegenschlag in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 1371 (Ursulanacht) scheitert; die landesherrliche Einflussnahme auf die Stadt endet damit zunächst. Celle wird ab 1378 neuer Herrschaftssitz des welfischen Herzogs Magnus II., der sich in die dortige Burg flüchtet.

1428

Die Brüder des ermordeten Herzogs Friedrich von Braunschweig, Heinrich und Bernhard, teilen sich nach mehreren Jahren gemeinsamer Regierung den Herrschaftsbereich. Bernhard wird Begründer des „Mittleren Hauses Lüneburg”.

1529

Herzog Ernst, wegen seines energischen Eintretens für die lutherische Reformation "der Bekenner" genannt, hat sein Territorium weitgehend dem evangelischen Bekenntnis angeschlossen.

1530–1634

Den Welfen gelingt es, ihre in Lüneburg 1371 verlorene Position wieder zurück zu gewinnen. Parallel sterben drei Linien des Welfenhauses aus: Calenberg 1584, Grubenhagen 1596 und Wolfenbüttel 1634. Einzig die Lüneburger Linie überlebt, von der sich Nebenlinien in Gifhorn (1539–1549), Harburg (1527–1642) und Dannenberg (seit 1569) abzweigen.

1635

Die Lüneburger Linie teilt die Fürstentümer Lüneburg und Calenberg unter sich auf, die Nebenlinie Dannenberg übernimmt Wolfenbüttel.

1639

Mit dem Erlass einer neuen Stadtverfassung erlischt die selbständige Position Lüneburgs endgültig. Die Stadt wird dem Fürstentum wieder eingegliedert; die Residenz verbleibt jedoch in Celle.

1705

Nach dem Tod von Herzog Georg Wilhelm wird das Fürstentum Lüneburg mit Hannover vereinigt und dem Hannoverschen Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg angegliedert.