Geschichte des Fürstentums Lüneburg und ihre Zeugnisse

Die Geschichte des Fürstentums Lüneburg umfasst einen Zeitraum von nahezu 600 Jahren und ist eng verbunden mit der Welfen-Herrschaft in Niedersachsen. Seine Anfänge reichen bis in die Blüte des Mittelalters (1106) und erstrecken sich bis in die Frühe Neuzeit (1705).

Hervorgegangen ist das Fürstentum Lüneburg 1269 aus der Teilung des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Herrschaftsmittelpunkt war bis 1371 Lüneburg, danach Celle. Im Jahr 1705 endet seine Geschichte mit der Eingliederung des Fürstentums in das 1692 errichtete Kurfürstentum Hannover.

Von dem einst süddeutschen Geschlecht der Welfen künden bis in die Gegenwart zahlreiche Spuren in den heutigen Landkreisen Celle, Gifhorn, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel und Uelzen sowie den Städten Celle, Lüneburg und Wolfsburg. Diese Kommunen decken in ihrer Gesamtheit das Gebiet des ehemaligen Fürstentums Lüneburg ab.

Zu den Spuren welfischer Vergangenheit gehören das ehemalige Schloss in Lüneburg, das Celler Schloss sowie das Schloss in Winsen (Luhe). Lüneburg und Celle als Herrschaftssitze sowie Winsen als Nebensitz blieben aber nicht die einzigen Stützpunkte der Welfen im Fürstentum Lüneburg. Mehr als zwanzig Burgen sicherten zunächst die Feste des „Alten Hauses Lüneburg”. Schließlich zeugen auch die Klöster vom Reichtum des ehemaligen Fürstentums Lüneburg.

Zu ihnen gehören das Kloster Walsrode, das Kloster Lüne in Lüneburg, das nordwestlich von Uelzen gelegene Kloster Ebstorf, das Kloster Medingen bei Bad Bevensen, das Kloster Wienhausen bei Celle und das Kloster Isenhagen, das 1243 als letztes Heidekloster gegründet wurde. Sie alle wurden als Frauenklöster, die evangelisch wurden, gegründet und bestehen bis heute, während die übrigen in der Reformationszeit oder später aufgehoben wurden.

In der Zeit vom 13. bis 14. Jahrhundert kamen die Gebiete Harburg, Lüchow und Dannenberg zum Herrschaftsgebiet des Fürstentums Lüneburg hinzu. Dabei diente Hitzacker als nordwestliche Grenzfestung und Dannenberg als herzogliche Nebenresidenz.

Mit der Vereinigung mit Hannover und der daraus folgenden Eingliederung in das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg hört die Geschichte des alten Fürstentums Lüneburg auf. Neben den baulichen Überresten an vielen Orten sind noch zahlreiche Funde der sechshundertjährigen Geschichte im heutigen Museum für das Fürstentum Lüneburg in Lüneburg zu finden.