
Wir sind gleichermaßen Kulturträger und Kulturförderer, wobei der fördernde Aspekt den Schwerpunkt unserer Tätigkeit bildet.
Dennoch haben wir in den zurückliegenden Jahren neben der Projektförderung auch so genannte „eigene” Projekte durchgeführt. Es handelt sich dabei vorzugsweise um Projekte, die das Verbandsgebiet in seiner Gesamtheit oder zumindest weite Teile davon thematisch einbeziehen. Dabei gewährleisten wir die Finanzierung dieser oft mehrjährigen, umfangreichen Projekte, während die Realisierung derselben von der Konzeption bis zur Organisation fast immer in den Händen anderer Kulturinstitutionen aus dem Verbandsgebiet liegt.
Eine der wenigen Ausnahmen stellt die in den Jahren 1993/1994 herausgegebene Zeitschrift „KulturRaum Lüneburgische Landschaft” dar. In eigener Regie fand im Jahr 2005 auch der Geschichtswettbewerb „Flucht und Vertreibung – Befreiung und Kriegsende zwischen Aller und Elbe” statt, der anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren für Schülerinnen und Schüler ausgeschrieben worden war. Zu den Eigenprojekten im umfassenden Sinne zählen ebenso unsere sämtlichen Aktivitäten zur Förderung und zum Erhalt der niederdeutschen Sprache.
Zu den Maßnahmen in eigener Trägerschaft des Landschaftsverbandes gehörten in der Vergangenheit u. a.:
2001 bis 2003: Die reichhaltigen Glasfunde in der Lüneburger Altstadt, die in den Beständen des Museums für das Fürstentum Lüneburg und der Stadtarchäologie seit vielen Jahren weitgehend unbeachtet lagerten, konnten Dank der Förderung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes aufgenommen und ausgewertet werden. Von Mai bis August 2003 wurden diese und andere ausgewählte Exponate aus weiteren Städten Niedersachsens schließlich unter dem Titel „Glaskultur in Niedersachsen. Tafelgeschirr und Haushaltsglas vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit” in einer als Wanderausstellung konzipierten Präsentation der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Jahr 2006 war die Ausstellung, zu der eine gleichnamige Begleitpublikation erschien, in Burg zu Hagen bei Bremen zu sehen; von April bis Juni 2007 wird sie im Hamburgmuseum (früher Museum für Hamburgische Geschichte) präsentiert werden.
2003: Für die Herausgabe der Dissertation des Cellers Nils Köhler übernahmen wir die Druckkosten. Der Autor beleuchtet in seiner Forschungsarbeit die Zustände, unter denen die mehr als 60.000 Kriegsgefangenen und zivilen Fremdarbeiter in der Lüneburger Heide von 1939 bis 1945 eingesetzt wurden.
2000: „Die Ländstände im Fürstentum Lüneburg zwischen 1430 und 1546” lautet der Titel einer Dissertation von Wolf-Nikolaus Schmidt-Salzen, deren Drucklegung der Lüneburgische Landschaftsverband auf Grund der augenfälligen Affinität zum Thema ganz wesentlich ermöglichte.
1998 bis 2001: Mit dem Projekt „Schrank und Bett in der Kulturgeschichte der Lüneburger Heide” wurde die am Museum Hösseringen begonnene Möbelforschung unter Leitung des Kunsthistorikers Thorsten Albrecht fortgesetzt. Wie beim Vorgängerprojekt gab es auch hierzu eine Publikation und eine Ausstellung.
1993 bis 1998: Historische Truhen und Möbel in der Lüneburger Heide waren Gegenstand eines wissenschaftlichen Forschungs- und Ausstellungsprojektes, das vom Museumsdorf Hösseringen initiiert und betreut und von Thorsten Albrecht bearbeitet wurde. Die Ergebnisse wurden zunächst in Buchform veröffentlicht und später unter dem Titel „Schatzkisten” in einer Wanderausstellung präsentiert.