Op de Bühn war bannig wat los

An die 350 Schüler und Erwachsenen waren beim „2. Plattdüütschen Schooltheaterfestival“ in Bad Bevensen dabei.

Ik frei mi, dat jü hier sind“, so drückten es gleich im besten Plattdeutsch der Leiter des Arbeitskreises im Lüneburgischen Landsschaftsverband, Hartmut Stucke, die Beraterin für Nedderdütsch in Region in`n Unterricht, Maria Lembeck, und der stellvertretende Gesamtschuldirektor der Fritz-Reuter-Schule Bevensen, Günther Wagener in ihren Grußworten in der voll besetzten Aula aus. Unter ihrer Federführung wurde dies Festival ausgerichtet. „Hüt` war nur platt snackt“, hieß es weiter .Das klappte vor allen in den Theaterdarbietungen bestens. An die 250 Mädchen und Jungen verschiedener Schulen aus dem alten Regierungsbezirk Lüneburg machten mit, vom Grundschulkind bis zum Gymnasiast. 20 Gruppen unterschiedlicher Größe hatten in vielen Vorbereitungswochen mit ihren Leiterinnen und Leitern eifrig geübt und über 25 Kleinbeiträge einstudiert. Bei einem so großen Publikum – viele Betreuer, Angehörige und weitere Zuschauer waren dabei – war das Spielen auf der großen Bühne in der Aula und auf einer zweiten Bühne in der Pausenhalle des Ämterzentrums mit jeder Menge Herzklopfen und Lampenfieber verbunden.

Was da geboten wurde, hatte Klasse, sei es im schauspielerischen Wirken, seien es die farbfrohen Kostümen oder die Wahl der Requisiten und vor allem überzeugte das Plattdeutsche. Zeitweise entstand der Eindruck, dass es bei einigen wirklich noch tagaus, tagein gesprochen wird. „Gut so, das soll ja auch gefördert sein“, zeigten sich die Organisatoren zufrieden. Hartmut Stucke stellte das Wirken des Landschaftsverband in dieser Richtung vor. Der Landschaftsverband hat das Festival großzügig finanziert und bekam Unterstützung vom „Historischen Verein Bevensen“, dem „Schulverein der Fritz-Reuter-Schule“ und der Volksbank Bevensen.

Zwischen den einzelnen Theaterstücken gab es flotte Musik, gespielt vom Bläserkurs der 6. Klasse, und der 16-jährige Mark aus Nienhagen verblüffte mit Jonglieren und Zaubereien.

Nach der Mittagspause, in der es schmackhaftes Essen in der Mensa der Fritz-Reuter-Schule in zwei Sonderschichten gab, ging das Programm in der glühendheißen Aula weiter, denn alle Gruppen wollten und sollten spielen. Das Gesamtprogramm umfasste gespielte Fabeln etwa vom „Voss un de Kreih“, den Witwe-Bolte-Streich von Max und Moritz, Krimis, lustige Sketche und selbst geschriebene Stücke. Der Zeitplan dehnte sich bis in den Nachmittag aus. Im Schlusswort, in Hochdeutsch gesprochen vom 1. Stadtrat Lüneburgs, Peter Koch, wurde den Kindern für ihr tolles Engagement gedankt und die Bedeutung, mehr Plattdeutsch zu sprechen, betont. Maria Lembeck und Harmut Stucke konnten gerade noch ein „Up Wiedersehn in twei Johr“ sowie kleine Präsente und Urkunden aushändigen, da stoben die munteren Kinder nach den vielen  „sitzenden“ Stunden erleichtert, begeistert und zufrieden mit sich aus der Hitze der Aula hinein in die Glut nach draußen. Ein heißes Festival - in jeglicher Form.

Text: Ute Bautsch-Ludolfs

2. plattdüütsches Schooltheaterfestival in Bad Bevensen

Das „2. Schooltheaterfestival“ auf Plattdeutsch für Kinder und Jugendliche findet am 2. Juli in der KGS Fritz-Reuter-Schule in Bad Bevensen statt. Schon jetzt wird dafür in den Schulen fleißig geübt: Plattdeutsch-AG’s und andere Gruppen aus der ganzen Lüneburger Heide studieren Sketche und kleine Theaterstücke ein – natürlich nur auf Plattdeutsch! „Wi wüllt de jungen Lüüd Moot maken, datt se Platt snackt“, so Maria Lembeck, die das Schooltheaterfestval seitens der Landesschulbehörde mit organisiert. Es kommt nicht auf Perfektion an. Plattdeutsch und Theater machen einfach Spaß und gehören zusammen, das ist die zentrale Botschaft. Ein wenig Wettbewerbsfieber soll dabei aber durchaus aufkommen, wenn die Gruppen sich gegenseitig bewerten dürfen: Die nach Meinung ihrer Alterskameraden besten Speelkoppels dürfen auf der Abschlussveranstaltung am Nachmittag nochmals vor allen Zuschauern und der Öffentlichkeit auftreten.

Veranstalter ist der Lüneburgische Landschaftsverband, der sich auch im Bereich Niederdeutsch besonders engagiert. „Die regionale Kulturförderung ist uns sehr wichtig, und Plattdeutsch ist mit Sicherheit ein förderungswürdiges Kulturgut“, so Anne Denecke, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes. Aber auch die Sparkasse Lüneburg unterstützt das Projekt tatkräftig; die Marketingabteilung stellt allen Interessierten Übungsmaterial zur Verfügung.

Auf dem Vorbereitungstreffen des eigens gebildeten Arbeitskreises in Bad Bevensen sicherten alle Verantwortlichen ihre tatkräftige Unterstützung zu. „Ein solches Schooltheaterfestival ist eine Herausforderung, die wir als Gastgeber gern auf uns nehmen“, so Günther Wagener, Stellvertretender Direktor der Fritz-Reuter-Schule, der seine Gäste – natürlich! – auf Plattdeutsch begrüßte. Nun geht es darum, viele Teilnehmer zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen. „Bringt an joon Scholen Plattdüütsch-AG’s in Gang un troot jo dat tau!“, ruft Hartmut Stucke, Vorsitzender des Arbeitskreises Plattdeutsch beim Landschaftsverband die Lehrer zwischen Aller und Elbe auf.

Teilnehmen können Schülergruppen der Klassen 1 bis 13 aller allgemein bildenden Schulen zwischen Wolfsburg und Tostedt, von Schneverdingen bis zum Wendland. Es können kurze Stücke oder Ausschnitte von drei bis acht Minuten Dauer vorgespielt werden. Die Spielgruppen können aus zwei bis 14 Akteuren bestehen. Anmeldeschluss ist der 30. Mai..

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Letztes Vorbereitungstreffen zum Schooltheaterfestival 2008

vorne links: Maria Lembeck, Landesschulbehörde Lüneburg, Hartmut Stucke, Beauftragter für Niederdeutsch beim Lüneburgischen Landschaftsverband und Günther Wagener, stellvertretender Gesamtschuldirektor der Fritz-Reuter-Schule Bevensen

Fotos: Ute Bautsch-Ludolfs