
Neuigkeiten beim 8. Schoolmesterdag in Bleckede
Regierungsschuldirektor Manfred Kück, Generaliendezernent für Niederdeutsch und Region im Unterricht der Landesschubehörde, hatte neueste Informationen beim „8. Schoolmesterdag in`n olen Bezirk Lümborg“ mitgebracht, der die vielen Lehrkräfte, Plattdeutsch-Ag-Leiter und plattdeutsche Förderer, die sich im Elbschloss Bleckede trafen, aufhorchen ließen. Klare Richtung: Das Kerncurriculum schreibt verbindlich eine Sprachbegegnung mit Regionalsprachen vor. „Das muss ins Programm der Schule einzementiert werden“, so sein deutlicher Appell.
Doch bevor es weiter an die inhaltliche Arbeit ging, standen Grußworte an. Anne Denecke, Geschäftsführerin des Lüneburgischen Landschaftsverbandes, dem die Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache sehr am Herzen liegt, betonte „dass gute Miteinander, den verlässlichen Partner mit der Landesschulbehörde Lüneburg“. Dieses Lob nahm die Moderatorin des Tages, Maria Lembeck, Beauftragte der Landesschulbehörde für Niederdeutsch und Region im Unterricht im Altbezirk Lüneburg, gerne entgegen. „Hier ward wohl hüüt nur platt snackt“, vermutete die stellvertretende Landrätin Lüneburgs, Elke Stange und bekannte, dass sie alles verstehe, sich aber nicht traue zu sprechen. Dass Bildung und Kultur bedeutend für die gesellschaftliche Entwicklung sind, machte sie deutlich sowie die Bedeutung des Erhalts der niederdeutschen Sprache. „Da sind Kinder wichtige Eckpfeiler und daher auch Kitas und Schulen. Op platt hatte denn Jens Böther, Bürgermeister der Stadt Bleckede das letzte Wort und unterstrich ebenso die Bedeutung der plattdeutschen Sprache, „de manchmal een richtige Geheimwaffe is.“
Zurück zu Manfred Kück, der weitere Neuigkeiten hatte: „Das Kultusministerium hat Mittel freigestellt für eine mehrtägige Plattdeutsch-Fortbildung in Bad Bederkesa.“ Ausgebildet seien über das Studienseminar Lehrkräfte mit der Zusatzqualifikation Plattdeutsch. Als „Hoffnungsschimmer“ bezeichnete er die Absicht, dass ein Netzwerk aufgebaut werde und teilte mit, dass im November eine große Werbeaktion für Kinder und Jugendliche begänne mit dem Slogan „Platt is cool - tro di wat, snack Platt!“. Mit dieser Postkartenaktion, die von sieben Landschaften und Landschaftsverbänden, darunter auch dem Lüneburgischen Landschaftsverband , getragen wird, soll gezeigt werden, dass „Plattdeutsch keine verstaubte Sprache ist, die der Vergangenheit angehört, sondern junge Mensche angesprochen sind.“
In stilvollen Räumen des Elbschlosses Bleckede begannen anschließend Werkstattarbeiten. Referent Dr. Reinhard Goltz, Leiter des Instituts für niederdeutsche Sprache in Bremen machte unter dem Titel „Mit Snacken alleen kümmst nich wiet“, deutlich, wie wichtig die Bedingungen sind – gerade auch an Ausstattung, Materialien und Zeit, um Plattdeutsch als Brückensprache zu fördern. Wie ist der Umgang mit Lautung, Grammatik, sprachlichen Phänomenen und regionalen Unterschieden? „Schärfen Sie Ihr Ohr, wie regional gesprochen wird“, forderte er auf. Dass es keine verbindliche Rechtschreibung gibt ist klar. Dr. Goltz stellte Lehrwerke, Unterrichtsbücher und weiteres vor, was es derzeit auf dem Markt gibt.
Während andere zum Thema „Wenn de Popp op Plattdüütsch quakt“ von der Buchautorin Heidrun Schlieker neue Geschichten, Spiele, Lieder und Bastelideen für Grundschüler kennen lernten, befasste sich die dritte Gruppe mit Ekhard Ninnemann mit Plattdeutsch als Teil des allgemeinen Deutschunterrichts.
Nach dieser intensiven Arbeit wurde das Informationszentrum im ElbSchloss Blecke leider nur in hochdeutschen Führungen näher gebracht, nachmittags jedoch ging es niederdeutsch mit einer Führung durch die 800-jährige Geschichte der Fachwerkstadt Bleckede weiter.
Text: Ute Bautsch-Ludolfs