Reiseverlauf 2010

1. Tag Lüneburg und Lüchow

Lüneburg St. Johannis, St. Nicolai, Lüchow.

Treffpunkt ist Lüneburg. In der Kirche St. Johannis empfängt uns Kirchenmusikdirektor Joachim Vogelsänger zu einer Vorstellung der großen historischen Orgel von 1553/1715. Als Leckerbissen sehen und hören wir auch die neue, Pfingsten 2010 eingeweihte sinfonische Chororgel (Kuhn/CH) im französischen Stil. Nach einem kleinen Imbiss und Spaziergang durch die Stadt hören wir die romantische Furtwängler & Hammer - Orgel in St. Nicolai. Anschließend geht es mit dem Reisebus in unser Hotel, das „Erste Deutsche Kartoffelhotel“ im malerischen Rundlingsdorf Lübeln. Nach dem Einchecken und einer Kaffeepause fahren wir in das nahe gelegene Lüchow, um dort an der Eule-Orgel von 2006 ein Konzert für Orgel und Streicher zu hören. Anschließend Abendessen und Rückkehr ins Hotel.

2. Tag Wendland

Lüchow, Plate, Trebel, Gartow, Lemgow, Wustrow.

Unser Orgelführer für diesen Tag ist Axel Fischer, als Kreiskantor seit Jahrzehnten mit den Instrumenten verbunden. Mit etwas Glück können wir morgens im nahe gelegenen Plate den wunderbaren Orgelprospekt aus dem 16. Jahrhundert sehen und hören. Sollte die Kirchenrenovierung noch nicht abgeschlossen sein geht es direkt zu der romantischen kleinen Furtwängler & Hammer-Orgel nach Wustrow, anschließend wartet die einsam gelegene Hohe Kirche im Lemgow mit ihrer kleinen Meyer-Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Spannend wird der Vergleich der beiden romantischen Instrumente. Mit Trebel besichtigen wir nach dem Essen ein Unikat des Orgelbauers Stein. Die große Orgel überrascht durch einen ganz besonderen, häufig nasal empfundenen Klang. Sozusagen die Ergänzung finden wir in Gartow, eine liebevolle, gelungene Restaurierung lässt das Instrument von Hagelstein für Auge und Ohren strahlen. Die schöne Umgebung lädt zu einem Spaziergang am See ein, ehe es zum Abendessen geht. Anschließend Rückkehr ins Hotel.

3. Tag Brandenburg mit Region Prignitz, Altmark:

Lenzen, Storchendorf Rühstädt, Klosterkirche Krevese.

Martin Böcker wird von heute an die Reise als Orgel-fachmann bis zum Ende begleiten. Wenn es der Wasserstand der Elbe erlaubt nehmen wir den kürzesten Weg nach Lenzen und setzen mit der Fähre über, um noch vor dem Gottesdienst die Scholze-Orgel zu hören. Das weiter südlich gelegene Storchendorf Rühstädt mit seiner frisch renovierten Wagner-Orgel wird unsere Mittagsstation. In dieser sehr ursprüng-lichen, ländlichen Gegend gibt es Gelegenheit, z.B. eines der meist 35 Storchenpaare zu sehen, das Bauernmuseum zu besichtigen oder die historischen Malereien der Dorfkirche zu bestaunen. Nach einer erneuten Elbquerung in die Altmark erreichen wir die ehemalige Klosterkirche in Krevese. Sie hält ein noch ungeschliffenes Juwel in Form der Gansen-Orgel von 1721 bereit. Vor dem abendlichen Orgelkonzert in Lüchow gibt es eine kurze Gelegenheit der Be-sichtigung der neuen Eule-Orgel. Ein Abendessen wartet im Kartoffelhotel.

4. Tag Buxtehude und das Alte Land

Buxtehude, Grünendeich, Steinkirchen, Stade.

Nach dem Auschecken geht die Fahrt in Richtung Altes Land, in Buxtehude hören wir die große romantische Furtwängler-Orgel. Nach dem Mittagessen in Steinkirchen, im Herzen des Alten Landes besichtigen wir dort die erste Schnitger-Orgel unserer Reise und anschließend die erst 2009 grundlegend restaurierte Gloger-Orgel (1766) in der kleinen Fachwerkkirche Grünendeichs. Nach dem Kaffeetrinken auf einem Obsthof erreichen wir das Hotel in der Stader Innenstadt. Der Abend inmitten der Altstadt ist zur freien Gestaltung.

5. Tag Kehdingen

Krummendeich, Freiburg, Hamelwörden.

Dieser Tag führt uns nach Kehdingen, wo wir am Nachmittag eine einmalige Tour mit dem neuen Vogelkieker-Bus in die Tierwelt machen. Auf dem Weg dahin hören wir alte und neue Orgeln in Hamelwörden, Krummendeich und Freiburg. In dieser abgelegenen Region essen wir mittags im Gemeindehaus, ehe ein musikalisches Vogelkonzert an der Orgel erklingt. Der Tag klingt mit einem festlichen Abendessen in einem renommierten Lokal aus.

6. Tag Stade

Stade St. Cosmae und St. Wilhadi.

Am letzten Tag der Reise stehen die weltberühmten Orgeln der beiden Innenstadtkirchen Stades im Mittelpunkt: in St. Cosmae die 1675 erbaute Orgel von Arp Schnitger und seinem Lehrmeister Behrend Huß, in St. Wilhadi das Instrument von Erasmus Bielfeldt, 1736 fertig gestellt. Ergänzt werden die Orgelvorstellungen durch eine Stadtführung, ehe die Reise am Mittag in Stade endet.

 

 

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Kantor Reinhard Gräler
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Fax. (0 41 74) 59 92 43
RGraeler@online.de

 

 

Farbenmischung

Die Kenntnis der Register ist für einen Organisten
eben das, was die Farbenmischung für einen Maler ist.

Die beiden Seiten der Orgel sind des Virtuosen
Ballette, und je schneller, richtiger, dem allmählichen
Wachstum der Töne angemessener ein Organist
die Register zu ziehen oder zu bergen weiß,
je besser versteht er sein Instrument.

Christian Friedrich Daniel Schubart, Ästhetik (1806)