4. Workshop "Platt in'n Kinnergoorn" am 28. Oktober 2020

Die Grundschule "Im Apfelgarten" in Kirchgellersen war idealer Tagungsort für die vierte Auflage der Fortbildung für pädagogisches Personal in Kindertagesstätten. Unter Berücksichtigung der gültigen Abstands- und Hygieneregeln wurden neue Inhalte zur Plattdeutscharbeit in Kindertagesstätten vermittelt.

Das bereits 2019 bewährte Team mit den Referentinnen Inge Brackelmann, Silke Bruns und Ulrike Stern wurde per Livestream durch Dr. Birte Arendt aus Greifswald ergänzt.

Dr. Birte Arendt und Ulrike Stern vermittelten im Einführungsvortrag theoretische Hintergründe, begleitet von praktischen Beispielen zur Binnendifferenzierung des Plattdeutschen. Dabei gelang es durch einen steten Wechsel mit kleinen praktischen Übungen, auch Inhalte zu vermitteln, die für die Teilnehmenden im Alltag bisher weniger Relevanz besaßen.

Im Kindergartenalltag ist es immer wieder eine Herausforderung, altersgemäße plattdeutsche Literatur zu finden. Im zweiten Teil des Einführungsvortrags wurden praktische Hinweise zur Übersetzung und Übersetzbarkeit hochdeutscher Texte ins Plattdeutsche gegeben. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden anschließend Übersetzungen der Kinderbuchklassiker "Der Regenbogenfisch" bzw. "Das kleine Ich bin ich" und stellten diese schließlich mit Hilfe eines Kamishibais vor.

Inge Brackelmann und Silke Bruns gelang es ganz praxisnah, trotz eingeschränkter Möglichkeiten, die Anwesenden für "Platt in'n Kinnergoorn" zu begeistern. Aus Gründen der Hygiene musste auf gemeinsames Singen verzichtet werden. Auch pädagogische Materialien konnten nur vorgestellt, aber nicht von den Teilnehmenden ausprobiert werden. Die Erzieher*innen tauschten zahlreiche eigene Erfahrungen zur Plattdeutscharbeit in der Kita aus, gaben Tipps zu Fingerspielen oder Ritualen "op Platt" an die Kolleg*innen weiter. Der Austausch hat erfreulicherweise ergeben, dass auch 2020 wieder eine Kita beim Workshop vertreten war, die neu in die Plattdeutscharbeit einsteigt. Auch diese Einrichtung wird dann an der leuchtend gelben Plakette "Wi maakt mit... Platt in'n Kinnergoorn" zu erkennen sein.

Plattdeutsch im Kindergarten - Ein Plus für Kopf und Herz

Der Lüneburgische Landschaftsverband hat mit dem Projekt "Wi maakt mit... Platt in'n Kinnergoorn" inzwischen ein Netzwerk von Kindertagesstätten geschaffen, in deren Alltag die plattdeutsche Sprache mehr oder weniger regelmäßig den Kindergartenalltag bereichert. Dabei arbeiten die Einrichtungen nach eigenem Ermessen und nach Plattdeutsch-Qualifikation der Mitarbeiter*innen. Mit dem neuen Flyer "Plattdeutsch im Kindergarten - Ein Plus für Kopf und Herz" erhalten diese Einrichtungen nun eine Argumentationsgrundlage für Gespräche mit Eltern, Großeltern und Vertretern der Träger. Der Flyer entstand in Kooperation mit der Universität Greifswald (Institut für niederdeutsche Sprache, Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik) und liefert fundiert, gut verständlich und attraktiv gestaltet viele Argumente für frühe Mehrsprachigkeit am Beispiel der norddeutschen Regionalsprache "Plattdeutsch" im Kindergarten. Der Flyer wurde den teilnehmenden Kitas anlässlich der Fortbildung in Kirchgellersen vorgestellt und wird ab sofort an interessierte Einrichtungen abgegeben. Anfragen dazu bitte per E-Mail (mit Nennung des Absenders und Name der Einrichtung) oder zum Download hier.

Plakette zur Auszeichnung/Kennzeichnung von Kindergärten mit plattdeutschen Angeboten im Verbandsgebiet des Lüneburgischen Landschaftsverbandes © Lüneburgischer Landschaftsverband, Entwurf Volker Butenschön